HEVC-Nachfolger VVC/H.266

  • Ich lach mich kaputt... Da gibt's noch genügend Baustellen bei HEVC, die größte ist, daß es keine Authoringsoftware für H265 gibt. Ist quasi wie beim Flughafen Berlin. Da faseln die schon vom Nachfolger. Abgesehen davon hat sich die UHD-BD noch nicht durchgesetzt - noch zäher, als bei der BD. Erstens mangelte es an Abspielgeräten, zweitens mangels Rohlingen (BD-XL und UHD-BD sind leider nicht kompatibel), drittens wegen fehlender Authoring-Software für privat übliche Zwecke. Ich habe zum Glück für mich mit unglaublich viel Ausprobieren 'ne "Krücke" gefunden, wie man UHD-Scheiben herstellt, die wie gewohnt mit Menü, Kapiteln usw. im Player laufen (aber nicht 100%ig UHD-BD-kompatibel sind, was heißt, daß sie möglicherweise nicht in jedem Gerät laufen).

    Das nächste Thema ist die Geschwindigkeit:

    Mein i9-9900K schafft ein HD-Filmchen bei H264 mit ~40fps mit Einstellungen, die für extrem gute Qualität bei mittleren VBR-Bitraten 10-15MBit/s (TV sendet auch nicht mit viel mehr!) optimiert sind, da ist die CPU noch nicht mal zu 100% ausgelastet. Bei UHD sind es noch so ~10fps. Nehme ich dafür H265 mit gar nicht mal so aggressiven Einstellungen, komme ich noch auf ~5fps. Schuld daran ist auch das 10 Bit-Encoding, aktuelle CPUs sind dafür nicht ausgelegt (alle Datentypen sind 8, 16, 32 und 64 Bit), es fehlen schlicht und einfach Befehle dazu bei SSE/AVX. BMI1 & 2 enthalten zwar passende Befehle (pdep, pext, pextr, ...) die funktionieren aber nur mit den allgemeinen Registern - nix mit Parallelverarbeitung. Die Pixelformatumwandlung in Einheiten, die die CPU beackern kann (und zurück) ist also ein Flaschenhals.

    Angesichts dessen frage ich mich, wie lange es dauert, einen 2h-Film in 8K mit H266 zu kodieren und ob ich das Ende der Kodiersession mit heute aktueller Hardware überhaupt noch erlebe...

  • Und: Was ich noch vergessen habe. Bin jetzt schon gespannt, was für halbausgegorene Dinger uns die Medienindustrie da vorsetzen wird. Ich erinnere mal an die Bluray:


    Kein 1080p25, kein 1080p30, also die 1080er Auflösung in PAL & NTSC nur mit Zeilensprung und das in einer Zeit, wo schon klar war, daß es keine HD-Röhrenfernseher geben wird! Genau so kein 720p50 & 720p60, dafür aber die DVD-Auflösungen in allen Systemen mit und ohne Zeilensprung. Im Endeffekt hat man z.B. 25p-Filme mit "fake interlaced" kodiert, die eine Hälfte der Hardware fiel darauf hinein, die andere nicht bzw. man wußte nicht, wird jetzt deinterlaced und wie oder aber auch nicht? Auf jeden Fall hat es der Zwischenbildberechnung der Fernseher sehr schwer zugesetzt: Ein z.B. vom ZDF in 720p50 aufgenommener Kinofilm (der ja von 24p auf 25p "beschleunigt" wurde, danach werden noch die Bilder verdoppelt) sieht nämlich auch besser aus, wenn man ihn in 720p25 (Verfahren: jedes 2. Bild entfernen) kodiert.


    Bei der UHD-BD kam die nächste Gurke: Man darf bei Verwendung des 10 Bit-Profils zwar H264 (Profil H10@L5.1) zur Kodierung einsetzen, HDR geht aber nur mit H265. Wo doch jeder weiß, daß die Farbübertragung (BT709 vs. SMPT2084) überhaupt nix mit dem Videocodec zu tun hat!


    Und für beide Systeme: PAL, NTSC und Kino (23,976p & 24p) kann man blöderweise auf einer Scheibe auch nicht mischen, was mich auch sehr wundert, weil doch die Frametime in jedem Videostream explizit mitgeführt wird.


    Man hätte einen Standard auch so definieren können: Ein Bluray-Player muß H264-Filme bis Profil H4.1 ohne Einschränkungen wiedergeben können. Punkt.

  • Vouk

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